Wo eine Brücke Hopperdietzel heißt

Die Brücke Walther Hopperdietzel

20. Tag, 15. März 2006: 

Puyuhuapi liegt mitten im Gebiet des Nationalparkes Queulat am Ende des Puyuhuapi-Kanals. Der Ort hat zirka 500 Einwohner. Interessant ist vor allem die Geschichte des Dorfes. 

Vier junge  Deutsche, Otto Uebel, Karl Ludwig, Walter Hopperdietzel und Ernesto Ludwig waren Anfang der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts aus dem von der Wirtschaftskrise gebeutelten Deutschland ins östliche Patagonien, welches sie nur aus Berichten des bekannten Geografen Hans Steffen kannten, ausgewandert. 

Im Parque Nacional Queulat

Eine mir leider unbekannte Pflanze im Regenwald

1935 gründete die kleine Immigrantengruppe dann das Dorf Puyuhuapi. In erster Zeit widmeten sich die Einwanderer hauptsächlich der Landwirtschaft, wofür sie bald Einheimische aus Chiloé, die mit ihren Familien übersiedelten, einstellten. Weitere europäische Einwanderer folgten. Die Pioniere bekamen Nachkommen. Walther Hopperdietzel eröffnete eine Teppichweberei. Puyuhuapi ist auch heute noch für seine handgewebten Teppiche berühmt.

"Wenn die Sonne scheint, genieße es! Regnet es, dann lernst du Patagonien kennen."  Diesen sicher für diesen Teil Patagoniens gültigen Leitspruch entdeckten wir auf diversen Tourismusprospekten des Ortes. Unter dem Blatt einer Nalca, einer wild wachsenden Rhabarberpflanze, findet man aber leicht Schutz vor dem Regen. Na ja, unsere Wanderung zur Laguna Los Pumas haben wir dann doch wegen des Regens und des Morastes auf dem Pfad abgebrochen.

Liesa unter einer riesigen Nalca

Guardaparque Ventitsquero Colgante

Am Nachmittag fuhren wir noch zum Guardaparque beim Ventisquero Colgante, eigentlich nur, um die Gegend für unsere nächsten Ausflüge zu erkunden. 

In der Nähe von Puyuhuapi befindet sich auch eines der wichtigsten Termalbäder des Landes. Neu ist ein Thermalbad direkt neben der Carretera Austral. Die randvoll mit dem heißen, stark mineralhaltigen Wasser des Vulkans Melimeyu gefüllten Becken helfen bei rheumatischen Schmerzen und anderen Krankheiten. Auf der Rückfahrt in den Ort kehrten wir in der dortigen Cafeteria zu einer Kaffeepause ein.

Termas bei Puyuhuapi

Puyuhuapi

Zurück in Puyuhuapi blieb dann noch Zeit für einen Spaziergang und einen Einkauf in einem Supermercado und einer Bäckerei.
Abendessen gab es dann wieder in unserem netten kleinen Restaurant neben der Hosteria.

Puyuhuapi

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